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Andreas Steffens
Ontoanthropologie
Vom Unverfügbaren und seinen Spuren

2011, 20,00 Euro Paperback, 284 Seiten
ISBN 978-3-935421-55-3
Nach der Printfassung bietet der NordPark Verlag dieses Werk nun auch als E-Book an.
2012, 5,99 Euro
E-Book
e-pub, 1.01 MB, (284 Seiten)
(ohne DRM)
ISBN 978-3-935421-88-1
Zu einem besonders lesefreundlichen Preis von 5,99 Euro und vom Verlag aus ohne DRM!

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Eine erste Grundlegung der »Kulturontologie«
Mit seiner ›Ontoanthropologie‹ legt Steffens eine erste Grundlegung jener »Kulturontologie« vor, deren Erfordernis das Ergebnis seiner geschichtsanthropologischen Bilanz ›Philosophie des 20. Jahrhunderts oder Die Wiederkehr des Menschen‹ (1999) war. Sie führt seine Studien zur Rekonstruktion der Anthropologie im Horizont der Erfahrung der Geschichte fort. Als deren systematisches ›Programm‹ bildet sie die Grundlage einer Reihe von Untersuchungen der Grundbedingungen menschlichen Daseins. Die ›Ontoanthropologie‹ legt die Voraussetzungen der „Anthropoästhetik« dar, deren Konzept zuerst in der ›Poetik der Welt‹ (1995) erprobt und mit der ›Selbst-Bildung‹ (2011) erweitert wurde. Die Ontoanthropologie untersucht das Verhältnis des Menschen zu sich selbst, das auf der Welt in ihm beruht. Nicht nur als Schöpfung und Natur, noch als reines Menschenwerk der Geschichte ist die Welt vor allem, was uns geschieht. Man ist ihr Objekt mehr als ihr Subjekt. Wir sind handelnder Teil eines Geschehens, das sich an uns vollzieht. Die Welt denken heißt, sich dem Unverfügbaren zu stellen, um ihm nicht unterworfen bleiben zu müssen. Erst, wenn wir unsere Seinsbedingungen erfüllt haben, können wir unsere Existenzbedingungen bestimmen. Zu denen, die wir sein wollen, können wir uns machen, sobald wir die geworden sind, die wir sein müssen.



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Wir wissen nicht, was der Mensch ist.
Und können doch nicht umhin, es wissen zu wollen. Ohne ein Selbstverständnis ist menschliches Leben nicht möglich. Jeder Mensch ist sich seines eigenen Menschseins ebenso sicher, wie er in Verlegenheit geriete, sollte er die Frage beantworten, was das sei, ein Mensch.
Auf der Überzeugung, es gäbe die Gewißheit einer eindeutigen Antwort, beruhte jedoch das Werte- und Daseinsgefüge der säkularen Kultur Europas seit Aufklärung und Revolution.
Nach den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts aber kann man das unbekannteste aller Wesen, das doch als einziges über Selbstbewußtsein verfügt, nicht mehr bestimmen wollen.In dieser Spannung vollzieht sich heute anthropologisches Nachdenken. Es beruht nun auf der Zurückweisung jeder Erwartung, auf die Frage "Was ist der Mensch?", durch Eindeutigkeit letztverbindliche Antwort geben zu sollen. Weniger, weil sie nicht möglich ist; vor allem wegen der verheerenden Folgen, die die Durchsetzung ihrer Verbindlichkeit für alle haben müsste, auf die sie Anwendung fände.
Die wesentliche Unbestimmtheit des Menschenwesens wurde zum Grundsatz jedes Denkens, das die Erfahrung der anthropolitischen Diktaturen zur Erzwingung eines letzten Menschen nicht übergeht.
Der Befund, weder bestimmen zu können, noch zu sollen, was als Wesen unserer Seinsform unser Dasein bestimmt, ohne zu letzter Klarheit bringen zu können, wie, macht sich in der existentiellen Erfahrung des Individuums als Daseinsungewißheit bemerkbar. Wir sind nicht die, die wir sind. Jede Erkenntnis des Menschen widerspricht der Selbsterfahrung der Menschen. Es gibt etwas in unserer ›Natur', das uns permanent davon abhält, die zu sein, die wir eigentlich doch mit Gewissheit sind. Das ist deshalb problematisch, weil es keinen anderen Weg zur Erkenntnis gibt als den der Reflexion von Erfahrung.
Die Nichtselbstverständlichkeit des menschlichen Daseins ist ein anderer Begriff für seine Bedingtheit: was immer es ist, und aus sich im Einzelfall zu machen versteht, es ist es unter Bedingungen, die erfüllt sein müssen.
Alles Nachdenken über die Stellung des Menschen in der Welt hat die Ratlosigkeit der Menschen vor sich selbst nicht behoben.
Die Absorption der Anthropologie des 18. Jahrhunderts durch die Geschichtsphilosophie des 19. wurde von der realen Geschichte des 20. aufgehoben. Deren Ereignisse sprengen die Kategorien des Denkens, das glaubte, seinen Gegenstand als ›den‹ Menschen bestimmt zu haben. In den Untiefen ihres Daseins in der Geschichte, die sich - bei allem, was sie sonst auch noch sein mag - vor allem als ein Kontinuum von Katastrophen darbietet, die den Menschen immer wieder an sich (ver)zweifeln lassen, kehrt der Urverdacht aus ferner Vorzeit noch einmal wieder: gar nicht in der Welt zu sein. Als der äußerste Schrecken des Menschen wurde Weltlosigkeit zur Folge menschlicher Handlungen. Für des Menschen Dasein ist die Welt unentbehrlich; aber seines nicht für deren Sein.
Zur Abwehr seines Urschreckens ist der Mensch zu allem bereit. Und nur zu wenigem in der Lage. Nicht nur als Schöpfung und Natur, selbst noch als reines Menschenwerk der Geschichte ist die Welt vor allem das, was uns geschieht. Ihr Grenzwert ist Überwältigung.
Wir erfahren unsere Welt nicht nur als Außen unserer Wirklichkeiten; wir tragen sie auch in uns. Wir leben nicht nur in der Welt; sie lebt auch in uns. Die wesentlichen Geschehnisse unseres Lebens sind ›Ereignisse‹: sie geschehen einem. Man ist ihr Objekt mehr als ihr Subjekt. Wir sind handelnder Teil eines Geschehens, das sich an uns vollzieht.
Die Analyse dieser Urbeziehung, die alle Selbstverhältnisse des Menschen bedingt, die für ihn möglich sind, ist Ontoanthropologie. Statt des Menschen Verhältnis zur Welt untersucht sie das Verhältnis des Menschen zu sich selbst, das auf der Welt in ihm basiert.






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