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Friederike Zelesko
von den tafelfreuden

Gedichtzyklus.
Mit farbigen Bildern von Ruth Velser und einem Nachwort von Jutta Höfel
Dezember 2011, 40 Seiten, Euro 6,50 [D]
Die Besonderen Hefte
Heftbroschur mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-935421-81-2

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Der Gedichtzyklus »von den tafelfreuden« von Friederike Zelesko besteht aus 16 Gedichten mit je 16 Versen. In den Gedichten wird manche Köstlichkeit zum Schwelgen gereicht: Früchte und Getränke in großer Auswahl und verschiedener Zubereitung und im Wechsel von Erotik und Emotion füllen sich die »Schalen der Begierde«.Die Autorin reflektiert in den Maßen ihrer Dichtung Erde und Himmel, Mensch und Transzendenz, und so wirken das sich allmählich enthüllende Geheimnis der Aussage und die Schönheit der Erscheinung in einem einzigartig suggestiven Sog ineinander.




Leseprobe





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I

auf der tafel morgenröte
zungen flüstern stühle rücken
und im kleid der pfirsichflöte
spielt der tod aus hochzeitstücken

tief in schalen der begierde
ruft der atem der gefühle
brennt das fleisch der pfirsichzierde
fächelt feuerwerk die kühle

früchtelampen in den bäumen
sägeblattmusik der sphären
stern und bannkreis werden träumen
kennen wohl des tods begehren

leuchtest unterm früchteteller
rotes tafeltuch der freude
tag- und nachtlicht wechseln schneller
nimmermehr das herz vergeude

VI

ruft der atem der gefühle
nach den farben der zitronen
schaut aus der gedankenmühle
schon das gold auf die melonen

und die runden messer schneiden
beide in die sommergarben
ihre gelben leiber kleiden
eines schnitters mahlzeitnarben

neben den zitronenrädern
perlen von melonenkernen
aufgespießt auf rote federn
zieren sie die baumlaternen

perlenketten und laternen
knistern unterm tritt der gäste
leuchten hin zu den tavernen
mit den farben ihrer feste

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Nachwort zu den »tafelfreuden« von Friederike Zelesko (Auszug) Von Jutta Höfel


Jahre und Jahre schreiben: sehen, notieren, spüren, streichen und weitern, denken, verdichten, ablegen, ablagern, vergessen, stapeln, erinnern, stöbern, abwägen und immer wieder sich berauschen an überbordender Vorstellungskraft, die ungehindert, ungehemmt ihre Wege nimmt durch die üppige Fülle ihrer inwendigen Räume auf der Suche nach gültigen Begriffen und Bildern, begleitet von der Lust an Tönen, Lauten, Silben, die sich ketten und kletten und ballen in Girlanden zu klingenden, schwingenden Sätzen, in denen neu erfundene Ausdrücke unerahnte Dimensionen zu einem grandiosen Labyrinth der Worte und Ideen öffnen.
Der Gedichtszyklus »von den tafelfreuden« von Friederike Zelesko besteht aus 16 Gedichten mit je 16 Versen in Quartetten. Die der Komposition immanente Vier, die Himmelsrichtungen, Jahreszeiten und antike Elemente beziffert und damit für fundamentale Faktoren der Welterfassung steht, wird aufgegriffen von dem tröchäischen Tetrameter aus vier Hebungen und vier Senkungen. Die in diesen Zahlenverhältnissen ebenso präsente Acht hat in vielen Kulturen heilige Bedeutung, liegend ist sie mathematisch das Zeichen für Unendlichkeit, genealogisch das Symbol für Ehe: So reflektiert die Autorin in den Maßen ihrer Dichtung Erde und Himmel, Mensch und Transzendenz.

 Zu den Arbeiten von Ruth Velser
Die Gedichte werden begleitet von überzeichneten Kolorationen der Künstlerin, deren erster Eindruck von den in lichtem Gelb, Blau und Grün und rosigen Tönen changierenden Flächen bestimmt wird, bei denen glattere Untergründe durch strukturierte Oberschichten schimmern. Darauf setzt Ruth Velser mit Feder und Tusche oder mit Fineliner ihre sicheren Linien, aus denen ein Reigen entsteht, dessen bildnerische Szenen ohne Anspruch auf Illustration locker an die Inhalte der Gedichte anknüpfen:
ein Bass spielenden Musiker, sitzende Frauen, deren Körper und Köpfe teils im Halbrelief, teils frontal erfasst sind, kleine Menschengruppen, Körbe voller Obst.
Das Motiv der beiden Schwäne, die gemeinsam über das Wasser gleiten, weist den Liebenden einen besonderen, dem sie umgebenden Geschehen enthobenen Stellenwert zu.
Die Malerin verfährt ähnlich wie die Autorin, indem sie ihre Sujets verändernd aufgreift und weiter entwickelt, Zuordnungen und Eindeutigkeiten auflöst und neue Verbindungen schafft.





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Literarische Texte und Texte zur Literatur


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Info:



Die Autorin:

Friederike Zelesko
Sprachstudium in London, Übersetzerin. War Regierungsangestellte an der Bergischen Universität Wuppertal. Schreibt Lyrik und Prosa und ist Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller. Beiträge in Literaturzeitschriften, Anthologien, im Funk und in einer Kolumne der Frankfurter Rundschau. Zuletzt in der Anthologie: Fern vom Lärm der Welt, Tag+Nacht Verlag, Köln.

Die Malerin:
Ruth Velser
Portraitmalerin mit zahlreichen Ausstellungen und Autorin. Veröffentlichungen u.a. in Der Mongole wartet, Zeitschrift für Literatur und Kunst.
Im NordPark Verlag erschienen von ihr die Prosasammlung Ronsdorfer Kindheit – Ein Untergang in 23 Impressionen, und die Gedichte Liebelein.

Das Nachwort schrieb:
Jutta Höfel, Dr. phil.
Studium der Romanistik, Germanistik und Philosophie an der Bergischen Universität Wuppertal. Seitdem Moderatorin, Referentin und Publizistin in den Sparten Literatur und Kunst. Zuletzt der Essay: Literarische Begegnungen mit Sophia – ein Streifzug durch europäische Textwelten. Freie Mitarbeiterin in Bildungseinrichtungen, Galerien und Verbänden. 2006 Förderpreis der Enno-und-Christa-Springmann-Stiftung.



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